Anja Hadamek

Bei dieser Sonne ruft der Balkon. Er möchte in Schuss gebracht und bestuhlt werden. Nach getaner Arbeit genießen wir den Ausblick auf die noch kahlen Bäume, das wird noch…
Was jetzt noch zum Glück fehlt, ist ein sommerlicher Shake.

Ich entscheide mich für einen Banane-Kokos-Drink, das geht schnell und macht Laune.
Bananen und Reis-Kokos-Drink von Provamel habe ich immer zuhause.
Der nicht-vegane Partner gönnt sich eine Kugel Eis dazu.

PS. Bei genauerem Hinschauen fällt mir auf, dass es der Reis-Kokos-Drink kalorisch durchaus mit „normaler“ Milch aufnehmen kann. Wer also Alternativen zwecks Diät sucht, sollte bei den Milchalternativen auch das Kleingedruckte studieren.

Banane-Kokos-Drink

Seit Wochen freuen wir uns auf den Skiurlaub in Südtirol – Karsten hat uns einen Urlaub auf dem Bauernhof gebucht. Tolle Idee – vor allem für Tim… dachte ich.

Das vegane Projekt, dachte ich, würde in dieser Zeit brach liegen. Undurchführbar sozusagen, denn wo gibts hier schon Bioläden mit Hafermilch. Ein paar Liter Übergangsreserve wurden eingepackt und wir kamen bester Laune hier an. Frischmilchservice bietet die Bäuerin an. Tolle Idee, dachte ich, da kann man mal drauf zurückgreifen, wenn die Reserven verbraucht sind. Regionaler gehts dann wohl kaum.

Und dann heute nachmittag, Spaziergang mit Tim, Sonnenschein. Wir werfen einen Blick in den Kuhstall. Das gehört doch dazu zu so einem Urlaub, oder? Und wann habe ich eigentlich den letzten Kuhstall von innen gesehen? Da war ich wohl gerade zweistellig, zuhause im Chiemgau.
So Tim, schau hier leben die Kühe. Das stinkt sagt er und tritt den Rückzug an. Das stimmt und nicht nur das:

Hinter der modernen Stalltür: Kühe im Laufstall, der Boden ohne Streu. Na ja. Da sollte gestern nachmittag ein Kälbchen auf die Welt gekommen sein. Wo steht das? Die zweite Stallfür bringt die Antwort. Dort, im alten, dunklen Stallgebäude, hängen die Kühe an der Kette, der Schwanz hochgebunden. Die „Mutterkuh“, die keine mehr sein darf, blickt auf der einen Seite starr geradeaus und reagiert nicht auf’s Türöffnen. Am hinteren Ende der Kuh ist es „sehr organisch“ wie Karsten sagt. Die Kuhkinder sind nur 5 Meter entfernt in ihrer „Kinderbox“. Manchmal kommt auch von dort ein kleines Muh.

Karsten nach dem Korrekturlesen: Oh, die Bio-Tante weint weil kein Stroh da ist…  Den Kühen hier geht es wahrscheinlich noch prächtig, ich Gegensatz zu den Industriellen. Ist schließlich Winter, das musst du auch bedenken.

Nach Kuh-Alpträumen während des Mittagsschlafes verzichte ich auf den Frischmilch-Service und hoffe, dass die Hafermilch anhält. Dann gibts halt keinen Latte sondern Earl Grey, das spart ungemein. Ich denke mir auch, dass dieses Urlauben auf dem Bauernhof eine gute  Sache ist für die vegane Bewegung. Sobald ich zuhaus bin, werde ich mich genauer über die Haltung der Demeter Kühe informieren. Wie leben die im Winter? Am Ende muss ich doch noch Langzeit-veganer werden.

In meinem katholischen Elternhaus im Chiemgau stand freitags ein fleischloses Gericht – wenn auch nicht vegan – auf dem Speiseplan. Ich erinnere mich noch gut an meine Abneigung gegen Fisch. Obwohl Muttern damals noch den Frischen an der Supermarkt-Theke bekam.  Das waren noch die guten alten Vor-Iglu-Zeiten. Heute wüsste ich es durchaus zu schätzen, damals war ich jedoch immer äußerst erfreut eine bayrische Mehlspeise (als Hauptmahlzeit!!) serviert zu bekommen. In Notzeiten – z.B. während einer veganen Challenge – erinnere ich mich also an die schönsten Freitage meiner Kindheit wenn Apfelstrudelduft aus dem Backrohr entstieg.

Die Lösung liegt im Seidentofu. Dieser hat von allen Tofusorten den höchsten Feuchtigkeitsanteil und lässt sich sehr schnell (relativ) glatt rühren. Auf der Internetseite von Taifun finden sich einige Rezepte, auch ein Tiramisu ist dabei.

Zutaten für den veganen Apfelstrudel a la Oma Hadamek

Zutaten für den veganen Apfelstrudel a la Oma Hadamek

Der Einfachheit halber nehme ich den fertigen, veganen Strudelteig von Donaustrudel. Dieser ist 130 cm lang und sollte vor der Verwendung für Apfelstrudel der Länge nach halbiert werden (also 2 x 65 cm Stücke). Somit kann auch eine kleinere Portion als Nachtisch zubereitet werden. Falls der Strudel beim Rollen einreißt, ist es von Vorteil, ein kleines Notstück in Pflastergröße zurückzuhalten. Die Zutaten in der Einkaufsliste sind für eine Packung Strudelteig und 4 Personen.

Äpfel in Würfel schneiden.

Den Seidentofu in eine kleine Schüssel geben und mit der Gabel kurz durchrühren. Zur Verwendung im Strudel kann die Konsistenz etwas gröber ausfallen.

Strudelteig halbieren. Den Seidentofu auf den ausgerollten Strudelteig-Stücken verstreichen. Die Apfelstücke darauf verteilen, Rosinen darüber streuen. Mit wenig Zimt-Zucker bestreuen. Ich habe den Seidentofu bewusst nicht gesüßt, da durch die Äpfel und Rosinen die Süße ganz natürlich dazu kommt. Der Zimt-Zucker (wer keinen Zimt mag, nimmt nur Zucker) am Schluss kann dann noch ein wenig nachsüßen.

Die jeweils äußeren, langen Seiten des Teiges ca. 3 cm nach innen klappen. Vorsicht, der Teig ist sehr empfindlich. Die Strudel nun vorsichtig aufrollen und mit den „Verschlußseiten“ auf die geöffnete Hand rollen lassen. So können sie unfallfrei hochgenommen und (mit der „Verschlußseite“ nach unten) in eine Auflaufform abgelegt werden. Sollte der Teig an einer Stelle aufreißen, das „Not-Pflaster“ anfeuchten und auf den Teig kleben.

Bei 200 ° Umluft im Backofen für ca. 25 Minuten backen. Beim Verwendung von Blätterteig sollte übrigens Alufolie oben drauf und der Strudel ca. 50 – 60 Minuten im Ofen bleiben.

Apfelstrudel2

 

Einkaufszettel

Strudelteig oder Blätterteig von Donaustrudel
400 – 600 g Seidentofu
6 mittelgroße, saftige Äpfel
Das habe ich zu Hause:
4 handvoll Rosinen, Zimt-Zucker

Schmeckt köstlich asiatisch und ist ganz locker vegan aus dem Ärmel geschüttelt.
Sehr praktisch: hier können Sie vorhandenes Gemüse verwenden, nur nicht zuviel zusammenmixen.

Mein Rezept für ca. 4 Personen:

150 – 250 g Tofu (je nach Hunger)
1 rote Paprika
2 große Karotten
1 Stange Lauch
1 mittelgroße rote Zwiebel
250 ml Kokosmilch
250 ml Reis-Kokosmilch von Provamel (das spart etwas an Fett ein)
1 Eßl Thai-Curry Paste (z. B. von Arche)
1/2 – 1 Eßl Thai-Chili-Paste (z. B. von Arche) – je nachdem wie scharf Sie essen.
Als Beilage Basmatireis

Tofu vorsichtig aus der Packung nehmen. Wie Schafskäse schwimmt er in etwas Flüssigkeit. Mit Hilfe von Küchenpapier leicht ausdrücken. In etwas Öl und den Gewürzpasten marinieren und in der Pfanne anbraten.

Zwiebelwürfel in Öl andünsten. Gewürfelte Paprika und Karotten sowie den in Scheibchen geschnittenen Lauch zugeben und einige Minuten köcheln lassen.

Nun den marinierten Tofu sowie Kokosmilch und Reis-Kokosmilch dazugeben. Solange köcheln lassen bis das Gemüse den von Ihnen bevorzugten Biß erreicht hat.

Das Curry zu Basmatireis servieren. Dieses Gericht bietet eine gute Gelegenheit mal wieder Naturreis auszuprobieren. Dieser sättigt und bringt viele wertvolle Inhaltsstoffe mit. Durch die Schärfe des Gerichts und den Soßenanteil fällt das „natur“ im Reis nicht so sehr ins Gewicht.

 

Auf der Biofach gibt’s nicht nur viel zu probieren, sondern auch das ein oder andere interessante Küchenhelferlein. Passend zu unserer Vegan-Challenge haben wir den Vegafino gesehen und für gut befunden. Damit (und unter Zuhilfenahme des eigenen Stabmixers) lassen sich Milchalternativen aus Nüssen oder Getreideflocken ganz leicht und kostengünstig selbst herstellen und z.B. auch mal mit Trockenfrüchten, Banane oder Kräutern aufpeppen. Einen youtube Film gibt’s auch schon dazu.
Der Vegafino kostet bei uns € 47,00 (SparCard Preis € 42,00).

 

In den letzten Tagen werden wir immer wieder gefragt „wie geht denn das?“

Vegan kochen und backen ist wirklich kein Hexenwerk, wenn Sie ein paar Details wissen.

Wie wird das Ei ersetzt?
Beim Backen ersetzt 1 gestrichener TL Backpulver 1 Ei.
Im Rührteig ersetzen 3 EL Apfelmus 1 Ei, es macht den Teig auch saftig.
Mit Sojamehl können Sie bis maximal 2 Eier ersetzen, ohne dass der Geschmack leidet.
Geben Sie 1 – 2 gestrichene TL statt 1 – 2 Eiern in den Teig.

Wie wird die Milch ersetzt?
Sojamilch macht den Teig schön locker. Sie können aber auch Hafermilch (ist von Natur aus süß), Dinkel-, Reis-, Haselnuss oder Mandelmilch verwenden. Ganz neu ist die Reis-Kokosmilch, so haben Sie gleichzeitig noch ein schönes Kokosaroma im Kuchen.

Was wird zum Binden verwendet?
Guarkernmehl (für warm und kalt): 1 g = 1/2 gestrichener TL bindet 150 ml Flüssigkeit.
Johannisbrotkernmehl (für warm oder kalt): 1 TL bindet 125 ml Flüssigkeit.
Agar-Agar (ersetzt Gelatine), wird 1 – 2 Minuten gekocht, genau dosieren, sonst wird’s schnell ein Gummibärchen.

Hier ein Grundrezept „Veganer Rührteig“ für ca. 12 Muffins oder eine 26 cm Springform von Nicole Just (Vegan backen von GU)

125 g weiche vegane Margerine
125 g Zucker
2 TL Sojamehl (oder Ei-Ersatzpulver)
1 Prise Salz
300 g Mehl
3 gestrichene TL Backpulver
150 ml Sojamilch (macht den Teig schön locker)

Margarine und Zucker schaumig schlagen. Ei-Ersatz, Salz, Mehl, Backpulver und Pflanzenmilch unterrühren und auf höchster Stufe rühren. Springform gut einfetten und mit etwas Mehl bestäuben. Backofen auf 200 ° (180 ° Umluft) vorheizen. 25 – 30 Minuten backen. Holzstäbchentest machen.

Dazu passen je nach Saison oder Anlass Obst, Nüsse oder Schokolade zum druntermischen.

Weitere Back-Ideen mit tollen Fotos auf dem blog von veganguerilla.

In die Kategorie „Was ist eigentlich…“ gehört auf jeden Fall Tempeh. Aufgrund des merkwürdigen Aussehens habe ich mich selbst erst kürzlich drangewagt… und war angenehm überrascht.

Bei Tempeh handelt es sich um fermentierte Sojabohnen, denen der Edelpilz Rizipus Oligosperus zugefügt wird. So kommt es zu der weißlichen Oberfläche die etwas an Camembert erinnert. Beim Tempeh werden die Sojabohnen im Stück verwendet (auch deshalb sieht es merkwürdig aus) was einen gewissen positiven Biss mitbringt – im Gegensatz zum Tofu.
Tempeh wird in Indonesien als preiswerte Eiweißquelle geschätzt. Es wird gebraten (in Öl und Sojasoße) oder frittiert angeboten. Durch seine spezielle Struktur nimmt es Gewürze optimal auf.

Auch bei mir muss es häufig schnell gehen – hierfür ist Tempeh ideal.
Ich habe etwas Olivenöl in die Pfanne gegeben, die Tempehscheiben ausgelegt, eine halbe Paprika dazugeschnitten und ca. 3 Eßl Sojasoße darüber gegeben (wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht ist marinieren toll). Gewürzt habe ich mit einer Mischung aus Rosmarin, Oregano und Knoblauchsalz (also wenig asiatisch – aber bei mir im Gewürzregal immer vorhanden). Meine Tempehscheiben waren ca. 7 Minuten in der Pfanne und von beiden Seiten kross angebraten. Dazu gab es den üblichen grün-bunten Salat.

Tempeh1

Tempeh – hier ist die Struktur gut zu sehen

Tempeh in Öl & Sojasoße gebraten

Tempeh in Öl & Sojasoße gebraten