Skifahren bei Sonnenschein und blauem Himmel sind für mich einfach das Größte – da kann das mit dem Essen nur nebensächlich sein… dachte ich.

Die Jüngste und die Älteste in unserer Skiwochenend-Guppe

Die Jüngste und die Älteste in unserer Skiwochenend-Guppe

Nachdem ja meine veganen Tests „Geburtstag“ und „Mädelsabend“ schon mal durchaus positiv gelaufen sind, bin ich ganz entspannt in einen  Kurz-Skiurlaub aufgebrochen.
Die Rahmenbedingungen waren super:

Selbstversorger Hütte und kleines überschaubares Skigebiet.
Die Gesellschaft war super – nur nicht ganz so erfolgsversprechend: Schwester (Allesserin), ihre Kinder (7 und 9 Jahre – eher ungesunde Esser und Vitaminverweigerer) und eine befreundete multinationale Familie, ebenfalls mit kleineren Kindern (und unbekanntem Essverhalten).
Wetter: sensationell 🙂

Wohlweislich hab ich mich natürlich mit allem eingedeckt was ich in 3 Tagen an veganer Nahrung  brauche – und mit allem was die komplette Skigesellschaft in 3 Tagen an Obst und Gemüse braucht – zumindest so wie ich das einschätze.
Natürlich war ich aber  nicht die einzige die Lebensmittel dabei hatte. Die Schnitzel und der Kartoffelsalat die unser Opa schon mal wohlweislich vorbereitet hatte  waren im Nu verputzt – mir blieben gebratene Pastinaken und Salat… und eine ziemliches Erstauene wie begeistert sich  ein 9 Jähriger über Berge von  Schnitzel hermacht nur leider beim Gemüse nicht ganz so hungrig ist.
Der Hütten Klassiker – Nudeln mit Tomatensauce – zufällig aber trotzdem vegan darf natürlich nicht fehlen – macht alle satt und zufrieden (auch der italienischen Papa segnet die Pasta ab) und Bratwürstel mit Kartoffelsalat, sowas von NICHT vegan, dass ich mich über die mitgebrachte Minestrone von unserem  Stefan und die Reste vom Vortag sehr gefreut haben.

Der Frühstückstisch hatte ein recht steiles Gefälle – was Qualität und Vielfalt der Lebensmittel angeht. Meine gesunden veganen  Schmankerl (Brotaufstrich, Margerine und Obst) und eine irre Auswahl an Käse, Wurst, Schinken, Schokokuchen, Schokomüsli, Tetrapack Mulitvitaminsaft…. abgepackt in Plastik.  Mein Fazit: auf den ersten Blick war  mein Angebot schon ein bisschen dürftig – dafür gesund und mit gutem Gewissen „Selbsttest-tauglich“ genießbar.

Schwer wurde es für mich an den geselligen Abenden. Chips, Flips, und Knusperbrezeln – ich bin ein Chips-Junky das geb ich gerne zu. Aber ich konnte mich beherrschen – (zwar haben wir auch vegane Chips in unseren Regalen die hatte ich aber leider leider nicht dabei). Ich hatte das ja schon befürchtet, dass ich hier meine Nöte haben werde und hatte mir wohlweislich Nussmischungen mitgenommen – blöd nur, dass die noch vor dem ersten Abend aufgefuttert waren, mit der Bemerkung  “ die schmecken ja unheimlich gut – die durften wir schon essen, oder?“ Ja klar gerne – die Studentenfuttermischung aus dem Discounter ist ja noch da 🙁

Eine Erfahrung die ich als Biotante  immer wieder mache, wenn ich mit mehreren Leuten unterwegs bin: meine Sachen sind immer gleich weg – komisch… aber eigentlich auch nicht, denn die schmecken halt einfach am besten 🙂

Alles in allem ist das vegane  Skiwochenende essenstechnisch gut gelaufen. Auf der Skipiste hab ich das Essengehen weitestgehend vermieden und mir einfach ein Brot eingepackt, (wie früher).
In der Hütte musste ich zwar vehement meine „Spezialnahrung“ und vor allem meinen veganen Wein verteidigen bin aber immer supersatt, superzufrieden und supervegan ins Bett gegangen.

Trotzdem: Veganer in einer zwar neugierigen aber eher ablehnenden Gruppe zu sein ist auf Dauer kein Spaß. Ständig muss man sich, Produkte oder Grundsatzeinstellungen erklären. Auf der einen Seite find ich das ehrliche Interesse wirklich schön – aber auf Dauer ist es einfach anstrengend immer wieder das gleiche zu erklären. Das erinnert mich an die Zeit in der wir unseren Bioladen eröffnet hatten und ich mich im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder für Bio „rechtfertigen“ musste. Das hat schon einige Jahre gedauert bis sich das gelegt hatt.

Wenn Essen zu sehr im Vordergrund steht macht es bald keinen richtigen Spaß mehr – und Essen sollte Genuss und Spaß sein. Also freu ich mich jetzt erst mal wieder auf meine eigene und auf Stefans Küche.

Ski Heil

von Martina

 

 

 

 

 

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